HIMALAYAN INTERNATIONAL SCHOOL LADAKH (HISL)

Die unvermeidliche Schließung der ehemals angemieteten, kleinen, aber wichtigen KUNFAN-School in einem Stadtrandviertel von Leh, in dem viele bedürftige und sozial benachteiligte Familien aus abgelegenen Gebirgs-Regionen, sowie mittellose Migranten aus Nachbarstaaten leben, veranlasste einige engagierte Ladakhis, die wir als Projektpartner aus vertrauensvoller Zusammenarbeit bereits kennen, sich für den wichtigen Erhalt einer Schule in diesem Viertel einzusetzen. Die ladakhische Regierung honorierte dieses Engagement mit Überlassung eines (in der Hauptstadt Leh kaum mehr bezahlbaren) Grundstückes für den geplanten, notwendigen Neubau der Schule.

Das Ziel: Erhalt einer gerade in diesem Stadtrandviertel wichtigen Schule durch Neubau eines kleinen Schulzentrums bis Klasse 10, mit angegliederten Wohnheimen  insbesondere für Kinder aus der Nomadenregion Changthang, die wegen des Wanderns ihrer Familien mit den Herden keine Möglichkeit des anderweitigen Schulbesuches haben.
Dies mit einem besonderen finanziellen und berufsorientiertem Konzept, das der Lage dieser sozial- und ökonomisch gravierend benachteiligten Bevölkerungsgruppen Rechnung trägt.

Der Beginn der Zusammenarbeit in 2011

Die flutgeschädigten, z.T. baufälligen Schulräume und das Areal der ehemaligen KUNFAN-School wurden in 2011 zur Gewährleistung eines störungs- und gefahrenfreien Schulbetriebs mit Abdichtung von Dächern, Erneuerung einbrechender Böden, Bau- und Anstricharbeiten in Eigenleistung renoviert. Der Bau von Schulmobiliar, das später mitgenommen werden kann, wurde in Auftrag gegeben.
Mit gesammelten Mitteln und der Eigenleistung konnte die Renovierung so weit betrieben werden, dass die Schule im Frühjahr 2012 den Betrieb fortführen konnte. Für Ausstattung, Lehr- und Lernmaterial, sowie für den beginnenden Neubau, konnte der Schule seitens des Vereins erste Unterstützung zukommen. Seit 2015 werden die Kinder in der Schule dank großzügiger Spender einmal täglich mit einer vollwertigen Mahlzeit versorgt.

Im Bewusstsein der Dringlichkeit von Bildung für gerade diese unterprivilegierten Bevölkerungsgruppen, überließ die Regierung dem Organisationskomitee für Neuaufbau und  Weiterführung dieser Schule ein großes Stück Land in diesem Stadtteil zu einem symbolischen Preis.
Im Beisein von Paten und Unterstützern des Vereins sowie den Projektorganisatoren, wurde während des Aufenthaltes zur Projektebetreuung im September 2012 symbolisch der Grundstein für den Bau der neuen KUNFAN-School gelegt. Durch einen gerichtlich geltend gemachten, individuellen Grundstücksanspruch an einem Teil des Schulgeländes wurden die unmittelbar begonnenen Arbeiten zur Grundstücks- und Bauvorbereitung leider für lange Zeit unterbrochen.

Neubauprojekt KUNFAN-Model-School

Die neue KUNFAN-Model-School soll auch weiterhin in besonderer Weise den unterprivilegierten  Familien dieses Stadtviertels zur Verfügung stehen. Zwei angegliederte Wohnheime für Mädchen und Jungen werden insbesondere Nomaden-Kindern aus der Changtang-Region, trotz des Wanderns ihrer Familien mit den Herden, die Möglichkeit zu kontinuierlichem Schulbesuch geben. Schulträger und unser Projektpartner ist CENSFOOD, eine anerkannte, gemeinnützige Organisation, mit der der Verein seit vielen Jahren in der Betreuung von Weiterbildungs-Patenschaften und in der Betreuung von Alphabetisierungs- und Selbsthilfeprojekten zusammenarbeitet. Das Organisationskomitee für die neue KUNFAN-School besteht aus langjährig im Bildungs- und Entwicklungsbereich tätigen Fachleuten. Mit einem zeitgemäßen und kindgerechten Schulkonzept sollen Kinder bis zur 10. Klasse eine qualitativ gute Bildung erhalten. Lehrinhalte sollen frühzeitig berufsorientiert ausgerichtet werden.

Zur Finanzierung von Aufbau und Betrieb dieser Schule wurde ein neues Konzept entwickelt, basierend auf:

  • Auf- und Ausbau in verschiedenen Bauabschnitten.
  • Nach Errichtung der notwendigen Klassenräume Bau einer 'Shop-Zeile'  als Begrenzung/Schutzmauer zur Straße hin, durch deren Vermietung Einkommen erzielt werden soll für einen nachhaltigen, finanziellen Eigenbetrieb und weiteren Ausbau von Schule und den Heimen.
  • Schul-Betriebskosten wie Lehrergehälter, Betriebsmaterialien, Schulbus, etc. sollen nicht Bestandteil des regulären „Schulgeldes“ werden. Sie sollen separat durch Spenden, Patenschaften und in zunehmendem Maße durch Erwirtschaftung von Eigenmitteln bestritten werden.
  • Dadurch niedrig gehaltene Schulgebühren sollen möglichst vielen Familien die selbstständige Aufbringung ermöglichen und das Gefühl der Eigenverantwor-tung  der Eltern für die Ausbildung ihrer Kinder stärken.
  • Nur in wenigen, ganz besonderen Härtefällen sollen die niedrig gehaltenen „school-fees“ durch Patenschaften oder anderweitig übernommen werden.

Beginn der Bauarbeiten

Nach der erwähnten Bauverzögerung durch mehrere gerichtliche Verfahren, wurde erst im Frühjahr 2019 der Grundstücks-Streit zu Gunsten der Schule entschieden. Mit den Bauarbeiten wurde umgehend wieder begonnen und Dank unserer großzügigen Spender konnten wir der Schule in 2019 auch eine Anschubfinanzierung zukommen lassen. Der erste Gebäudetrakt mit einem Foyer und zwei Flügeln mit je 6 (Klassen-)Räumen soll in traditioneller, ökologischer Bauweise, mit Ausnutzung der optimalen Sonneneinstrahlung für Heizung im Winter erstellt werden.

Für den baldmöglichsten Umzug in die neuen Klassenräume wurde uns vom neuen Schulleiter und dem Organisationskomitee bei unserem Besuch zur Projektebetreuung im Spätsommer 2019 eine inständige Bitte um weitere finanzielle Unterstützung mit auf den Heimweg gegeben.

Der Corona-Lockdown in 2020 + und 2021 führte dank großen Engagements nicht zu neuem Stillstand, jedoch zu weiterer Verzögerung im Baufortschritt.

Im August 2022 konnten mit großer Freude ca. 50 Kinder vom Kindergarten bis zur 8. Klasse mit 8 Lehrern umziehen in das erste, neu errichtete Gebäude.

Es besteht aus einem mittigen Foyer und zwei Flügeln mit je 6 (Klassen-)Räumen, erbaut in traditioneller, ökologischer Bauweise mit Ausnutzung der optimalen Sonneneinstrahlung zur Heizung im Winter.

Seither konnten mit Unterstützung großzügiger Spender eine das Areal absichernde Umfassungmauer gebaut, ein Schulbus angeschafft, Sanitäranlagen errichtet und als Eingangsbereich zu den Klassenräumen ein Fluranbau fertiggestellt werden.

Seit vielen Jahren übernimmt der Verein KINDER des HIMALAYA e.V. finanziell die Versorgung der Schulkinder, die nicht selten mit nur einer Hand voll Reis in der Hosentasche den langen Schultag überstanden, mit einer vollwertigen Mittagsmahlzeit.
Die Einrichtung einer Schulküche mit hygienischen und sicheren Standards für ca. 100 SchülerInnen ist am neuen Standort der Schule dringlich und unerlässlich. Im Sinne des berufsorientierten Schulkonzeptes ist zu gegebener Zeit auch die Einrichtung einer Lehrküche vorgesehen.

Aktuell unterstützen wir auch die Einrichtung und Ausstattung der drei Vorschulklassen sowie für ältere SchülerInnen die Ausstattung eines Klassenzimmers für digitale Lernangebote.

Der Verein KINDER des HIMALAYA e.V. engagiert sich zusammen mit den Organisatoren vor Ort in Ladakh für die weitere Realisierung dieses notwendigen und sinnvollen Schulprojektes und freut sich über Unterstützung jeglicher Art.