Bildung ist die vorrangige Aufgabe, um den Kreislauf von Perspektivlosigkeit und Armut zu durchbrechen – eine Investition, die niemals verloren geht.

Ladakh war als sensible Grenzregion zu Tibet/China und Pakistan bis 1974 nicht nur als ‚restricted area‘ allgemein nicht zugänglich, die geo­gra­fischen und klimatischen Gegebenheiten schlossen und schließen auch heute noch den Zugang über den Landweg für viele Monate des Jahres völlig ab. Über 70% der Bevölkerung waren zu jener Zeit Analphabeten. Die Menschen leb(t)en in der klimatisch harschen Hochgebirgswüste weitgehend ohne die uns vertraute Energie-, Wasser-, Kommunikations- und Verkehrsinfrastruktur von karger Selbstversorgungs Land- und Viehwirtschaft. Zugang zu schulischer Bildung war bis dahin nur Wenigen möglich.

Neue Herausforderungen

Mit den überwältigenden, neuen Herausforderungen bei Öffnung des Landes wurde nicht nur den Menschen mit Schulbildung, sondern auch vielen analphabetischen Eltern klar: ohne eine qualitativ gute Schulbildung wird ihren Kindern eine eigenständige Lebensgestaltung und der ladakhischen Gesellschaft eine selbstbestimmte Zukunft nicht möglich sein.

Mit immenser Tatkraft haben die Menschen in Ladakh diese Herausforderung angenommen.  Wo der Staat nur unzulänglich oder gar nicht der Bildungsaufgabe nachkam, wurden Eltern und engagierte Bewohner einer Region nicht selten selbst aktiv mit Gründung, Bau und Organisation einer ‚Privatschule‘. Hier nicht für Privilegierte, sondern sozial Benachteiligte.

Wahrung traditioneller Werte

Damit Fortschritt aber nicht Zerstörung von Wichtigem und Bewährtem bedeutet, sind neben der Schaffung eines Bildungsangebotes für Kinder und Erwachsene die Wahrung der kulturellen Identität und der traditionell auf Gemeinschaft basierenden, hoch entwickelten soziokulturellen Werte und Strukturen zusammen mit Stärkung von Eigeninitiative und Selbstverantwortung wesentliches Anliegen des Vereins  in der Entwicklungs-Zusammenarbeit mit seinen ladakhischen Partner-Organisatoren.

Um vor diesem Hintergrund das so wichtige ‚Heranwachsen in Beziehung‘ nicht durch ‚Bildung‘ zu zerstören dadurch, dass schon kleinste Kinder für den (Vor-)Schulbesuch den überwiegenden Teil des Jahres von Familien- und Dorfgemeinschaft getrennt in entfernte Heim-Schulen geschickt werden müssen, unterstützt KINDER des HIMALAYA e.V. insbesondere den Aufbau kleiner Bergdorfschulen und stellt durch individuelle Patenschaften für Kinder mittelloser/bedürftiger Familien auch deren Möglichkeit des Schulbesuches sicher.